London, wo ist deine Nachhaltigkeit?

Es sollte ein anderes Wochenende werden. Anders als all die freien Tage, die wir zwischen unserem Arbeitsalltag zur Erholung haben. Einfach mal raus aus der Stadt, in der man sich doch immer in derselben Gegend aufhält und alle Ecken kennt. Es sollte was Spannendes sein. Etwas, auf das man sich freut und was man schon lange nicht mehr gesehen hat. Etwas, das nicht weit entfernt ist, um lange Reisewege auf sich nehmen zu müssen und doch schnell erreichbar ist. Und so ging es nach London.

libylolaLondon. Eine Stadt, in der ich 2006 für sechs Wochen gelebt und seitdem nicht wiedergesehen hatte. Damals war ich 19 Jahre jung und interessierte mich weder für meine Ernährung und schon gar nicht für gemixtes Obst und Gemüse. Chips und Fast Food standen damals ganz oben auf meiner Liste. Hätte mir jemand einen Apfel angeboten, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht.

Was ich von London erwartete, war eigentlich gar nicht viel, insbesondere was grüne Smoothies und den veganen Lifestyle anging. Ich erinnerte mich lediglich an die bekannten Fastfood-Ketten, die ich damals fast täglich besuchte.

Als ich mich ein paar Tage vorher im Internet schlau machte und verschiedene Restaurants, Bars und Märkte ausfindig machte, ahnte ich schnell, dass London ein großer Vorreiter in Sachen gesundem Lifestyle geworden war.

Vegan in London

Und es war tatsächlich so. Am Tag nach unserer Ankunft wurde klar, dass London schöner und grüner geworden ist, seit meinem letzten Besuch vor 9 Jahren. Rund um den Picadilly Circus fanden wir große Whole Food Läden und Stände mit bunten Säften, frischem Obst und Gemüse. Ein richtiges Paradies!

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Ich bekam aber erst große Augen, als wir auf dem Camden Market ankamen. Street Food Festival vom Feinsten! Neben frischen veganen Falafeln und Quinoa-Gerichten gabe es auch frische Smoothies und Säfte!nachhaltigkeit

Abends im Hotel an der Liverpool Street angekommen, machten wir uns erstmal frisch für das Abendprogramm: Wir wollten unbedingt noch in ein Pub und vorher lecker Essen gehen. Gesagt, getan. Und schon wenige Minuten später saßen wir bei einem Italiener, den wir per GoogleMaps fanden und der sogar eine vegane Speisekarte für mich hatte!

London, wo ist Deine Nachhaltigkeit?

Nach einem netten Abend und wenigen Stunden später am frühen Morgen hatte ich wieder was gelernt: Es war zwar toll, eine Stadt auf die Schnelle zu erleben, doch genau das war es auch gleichzeitig, was mir zu denken gibt. Alles, was ich dort sah, musste schnell gehen und billig, aber gut sein. Ich war mir bewusst, dass es ein Billigflieger war, mit dem ich reiste. Und genau dieser Gedanke ging mir nicht aus dem Kopf. Mir ging alles zu schnell und hektisch. Sind wir in den letzten Jahren nicht mehr als eine reine Massenabfertigung billiger Anbieter geworden?

Die Nachhaltigkeit bleibt bei solchen Reisen zumindest auf der Strecke und ist nur auf den Märkten mit grünen Produkten zu spüren. Da fühlte ich die große Nachhaltigkeit, die man in manch anderen Städten noch vermisst. Eine gesunde Ernährung aber kann nicht immer alles wettmachen. Für mich gilt weiterhin: vegan und nachhaltig.

Dem Alltag entflohen, um den Kopf frei zu bekommen. Ob es das nächste Mal wieder per Billigflieger nach London sein muss, weiß ich nicht. Warum nicht mal eine Stadt mit der Bahn erkunden, was dann wesentlich nachhaltiger ist?

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